Krankenhäuser sind heutzutage riesige und für den Außenstehenden nur schwer durchschaubare Apparate. Kein Wunder, daß Gefühle des Ausgeliefertseins und der Angst aufkommen. "Was passiert denn hier eigentlich alles? Was geschieht mit mir? Ist das alles zu meinem Besten?" Daß man sich diese Fragen stellt, ist nur zu verständlich.
Den Ärzten begegnet man daher häufig mit einer Mischung aus Ehrfurcht und Mißtrauen. Aber trotz der schwierigen Lage, in der man sich befindet, sollte man versuchen, den Ärzten gegenüber unvoreingenommen zu sein.
Die Aufgabe des Arztes ist es, Krankheiten zu erkennen, zu heilen, Schmerzen zu lindern und das Leben zu schützen.
Durch die zunehmende Technisierung und Spezialisierung in der modernen Medizin wachsen einerseits die Chancen, Krankheiten zu heilen, die früher nicht zu heilen waren. Allerdings kann eben diese moderne Medizin auch neue Leiden schaffen und sinnloses Leiden verlängern.
Gerade bei belastenden Therapien, die sich über eine längere Zeit hinziehen, wie eine Chemotherapie, ist das Verhältnis zwischen Arzt und Patient besonders wichtig. Eine wesentliche Grundlage für die Wiederherstellung der Gesundheit ist das Vertrauen des Patienten zu seinem Arzt.
Dazu gehört, den Arzt rückhaltlos über alles Bedeutsame zu informieren, denn nur so kann sich ein von gegenseitigem Vertrauen geprägtes Verhältnis entwickeln. Dabei sollte man sich nicht scheuen, Fragen zu äußern und Unklarheiten anzusprechen. Man kann ruhig auch über die Gefühle und Ängste sprechen, die mit der Erkrankung verbunden sind. Der Heidelberger Arzt und Psychologe Rolf Verres sagt hierzu: "Wollen Sie als ganzer Mensch und nicht nur als Inhaber erkrankter Organe von Ihrem Arzt wahrgenommen werden, so präsentieren Sie dem Arzt nicht nur die Organe, sondern sich selbst!"
Wenn im Umgang mit einem Arzt Probleme auftreten, kann man andere Patienten ansprechen, um herauszufinden, ob man diese Probleme nur alleine hat oder ob evtl. auch die anderen Schwierigkeiten haben. Eine Selbsthilfegruppe kann hier besonders gut weiterhelfen. In Krankenhäusern gibt es die Einrichtung des Patientenfürsprechers. An ihn/sie kann man sich wenden, wenn man sich beschweren möchte oder wenn man jemanden braucht, der bei schwerwiegenden Meinungsverschiedenheiten ein vermittelndes Gespräch führt.
Trotz aller Bemühungen kann es passieren, daß Arzt und Patient einfach nicht zueinander finden, daß "die Chemie nicht stimmt". Dann kann man in letzter Konsequenz immer noch von dem Recht Gebrauch machen, den Arzt zu wechseln.
Auch der beste Arzt kann keine allumfassende Betreuung leisten. Deshalb empfiehlt es sich für jeden, sich - auch bei stationärem Aufenthalt - noch anderweitig zu informieren und Unterstützung bei Familie, Freunden, Selbsthilfegruppen, sozialen Einrichtungen, Seelsorgern oder Psychologen zu suchen.
Ausführlichere Informationen zu diesem Thema finden Sie in unserem Ratgeber für den Umgang mit Ärzten.
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