Gesunde Ernährung hat nicht die zentrale Bedeutung für das Immunsystem, sie besitzt aber eine wesentliche Funktion.
Nach dem heutigen Stand der Wissenschaft wird bestimmten Genußmitteln (Tabak, Alkohol) und Ernährungsgewohnheiten (Überernährung, hoher Fett- und Zuckerverbrauch, Verzehr von geräucherten oder gepökelten Produkten, Mangel an Ballaststoffen und Vitaminen) eine krebsfördernde Wirkung zugeschrieben.
Ziel der Ernährung soll deshalb sein, diese krebsfördernden Einflüsse abzustellen. Sie bezweckt die Verhütung und Beseitigung von Mangelversorgung, um die Abwehrkräfte des Körpers zu stärken, denn schon das Fehlen einzelner lebensnotwendiger Nähr-stoffe kann eine Störung des Immunsystems verursachen. Um das Allgemeinbefinden zu verbessern, muß die Nahrung dem Körper alle Nähr- und Vitalstoffe in der erforderlichen Menge zuführen. Sie sollte keine vermeidbaren Zusätze und Rückstände enthalten. Diesen Erfordernissen wird man gerecht, indem man sich abwechslungsreich, ausgewogen und vollwertig ernährt.
Strahlen- und/oder Chemotherapie bewirken unterschiedlich starke Störungen hinsichtlich des Ernährungszustandes und der gewohnten Empfindungen beim Essen. Sie sind aber in der Regel vorübergehender Natur. Es kann zu Gewichtsverlust, aber auch zu Gewichtszunahme und zu Geschmacksstörungen kommen.
Viele im Verlauf ihrer Krankheit stark abgemagerte Krebskranke meinen, sie müßten so schnell wie möglich zunehmen, um wieder zu Kräften zu kommen. Das Gewicht reguliert sich aber in der Regel allmählich von selbst. Da der Stoffwechsel durch die Therapien stark belastet ist, darf dies nicht durch fettreiches und übermäßiges Essen forciert werden.
Während und nach der Therapie kann das Geschmacksempfinden stark beeinträchtigt sein: Die gewohnte Speise schmeckt anders als zuvor. Süßes noch süßer, Saures und Bitteres saurer und bitterer oder alles schmeckt schal. Wenn noch dazu durch die Behandlung die Speichelsekretion gestört ist, kann man den Eindruck bekommen, auf Pappe herumzukauen. Diesem Übel ist mit viel Trinken etwas abzuhelfen (Pfefferminztee fördert den Speichelfluß). Außerdem ist es wegen des ohnehin stark belasteten Stoffwechsels empfehlenswert, die Nahrungs- und Flüssigkeitszufuhr auf 6 bis 8 Portionen pro Tag zu verteilen. Die Nahrung sollte leicht verdaulich und auch auf individuelle Unverträglichkeiten abgestimmt sein.
Darüberhinaus ist zu bedenken, daß Arzneimittel eine Reihe von Wechselwirkungen mit Nahrungsbestandteilen haben. So erfordern beispielsweise chemische Verhütungsmittel, Antibiotika und Zytostatika grundsätzlich einen Mehrbedarf verschiedener Vitamine.
Auch Menschen mit hohem Alkohol- und/oder Tabakkonsum sind häufig nicht ausreichend mit Vitaminen versorgt. Bei erhöhtem Bedarf kann durch die Bevorzugung bestimmter Lebensmittel die Aufnahme einzelner Vitamine gesteigert werden. Kombinationen bestimmter Vitamine in einem Präparat (Multi-Vitamin-Präparat) sind allenfalls zur kurzfristigen Behebung eines Vitaminmangel geeignet. Die Regel muß aber bleiben, die Ernährung so zu gestalten, daß eine Vitaminunterversorgung gar nicht erst entstehen kann.
Über die krebsbekämpfende Wirkung verschiedener besonderer Vitamine (A, ß-Carotin, C und E) Spurenelementen (Selen und Jod), Pflanzen (rote Beete) und Tierprodukte (Yoghurt von Milchschafen) etc. streiten noch die Geister.
Wichtig ist in jedem Fall, daß die Patienten aktiv an ihrer Heilung mitarbeiten, daß sie ihren Körper und Geist nicht nur über die Ernährung stärken, sondern ihn auch durch Bewegung und Entspannung (Streßabbau) unterstützen und beleben.
Zusammenfassend läßt sich sagen, daß
man, um das Krebsrisiko zu minimieren, die bekannten
Ernährungsrisiken, wie
meiden und eine vollwertige, vielseitige und ausgewogene
Mischkost verzehren sollte.
Das Wichtigste ist, daß die Patienten sich bewußt ernähren und daür sorgen, daß das Essen ihnen Freude macht. Im übrigen gibt es in jedem Krankenhaus einen Ernährungsberater, der in Anspruch genommen werden kann.
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