3.3. HD10-HD12, Staging-Untersuchungen

3.3.1 Diagnose des klinischen Stadiums

Die Untersuchungen zur klinischen Stadieneinteilung sollen innerhalb von 14 Tagen abgeschlossen sein. Eine sorgfältige Terminorganisation bereits bei Diagnosestellung muß die Einhaltung dieser Frist sicherstellen. Es ist ratsam, aus Zeitgründen die Knochenmarkbiopsie unmittelbar nach Diagnosesicherung durchzuführen.

3.3.1.1. Anamnese und Labordiagnostik

Die Anamnese muß die klinischen Symptome, insbesondere eine evtl. vorhandene B-Symptomatik erfassen. Desweiteren wird der Allgemeinzustand entsprechend des Aktivitätsindex nach WHO dokumentiert. Es werden schwerere Begleiterkrankungen, andere Tumorerkrankungen (auch in der Familie) und das Durchstehen einer infektiösen Mononukleose erfragt und dokumentiert.

An Labordiagnostik wird obligat gefordert:

3.3.1.2. Physikalische Untersuchung

Die sorgfältige körperliche Untersuchung schließt Positiv/Negativ-Befunde peripherer Lymphknoten, Milz, Leber und Resistenzen im Abdominalbereich ein. Es sollen alle Befallslokalisationen dokumentiert werden, die aus klinischer Sicht als befallen bewertet werden, auch wenn keine histologische Sicherung vorliegt.

3.3.1.3. Obligate apparative Untersuchungen zur Stadieneinteilung

Zur exakten Diagnostik des Krankheitsstadiums werden folgende Untersuchungen obligat gefordert:

Darüberhinaus müssen klinisch verdächtige extranodale Befälle oder Organbefälle mit den adäquaten Methoden (z.B. Skelettröntgen bei Verdacht auf Knochenbefall) abgeklärt werden. Wenn möglich ist eine histologische Untersuchung durchzuführen.

Weitere apparative Untersuchungen können für die Diagnostik des Stadiums eingesetzt werden, sind aber nicht obligate Voraussetzung zur Studienteilnahme und sollten im Einzelfall mit der Studienzentrale abgesprochen werden

3.3.1.4. Obligate Untersuchungen zur Toxizitätsbeurteilung

Unabhängig von der Erfassung der Langzeittoxizität nach LENT-SOMA Kriterien im Rahmen dieser Studienprotokolle werden folgende Untersuchungen vor Therapieeinleitung zur Beurteilung der grundsätzlich Therapierbarkeit des Patienten (siehe HD10-HD12, Meldung, Ein- und Ausschlußkriterien) und zur Dokumentation therapiebedingter Toxizitäten obligat gefordert:

Männer im geschlechtsfähigen Alter sind grundsätzlich zur Durchführung eines Spermiogramms anzuhalten! Auch sollten sie auf die Möglichkeit einer Spermakryokonservierung hingewiesen werden.

Die Untersuchungen zur Toxizität sind vor Therapie im Rahmen der Staging-Untersuchungen und anschließend entsprechend den Zeitpunkten zur Erfassung der Langzeittoxizität (LENT-SOMA) 2, 5 und 10 Jahre nach Beginn der Therapie obligat durchzuführen.


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