Wie Sie wissen, liegt bei Ihnen eine bösartige Erkrankung des lymphatischen Systems vor (Morbus Hodgkin). Die bisherigen Therapien haben nur zu einer vorübergehenden Rückbildung der Erkrankung geführt. Eine Operation ist nicht sinnvoll und eine alleinige Bestrahlung allenfalls begrenzt wirksam. Die Therapie der Wahl ist weiterhin eine Chemotherapie. Die Zahl der Medikamente, die bei einer schon behandelten Hodgkin'schen Erkrankung noch wirksam sein können, ist allerdings gering und die Wahrscheinlichkeit eines erneuten Rückfalls groß. Es besteht die Möglichkeit, Sie mit einem neuen Medikament zu behandeln, dessen Wirkungsweise anders ist als die der bisher verabreichten Medikamente. Dieses Medikament heißt Gemcitabin.
Als Nebenwirkungen unter der Behandlung mit Gemcitabin können die folgenden Symptome auftreten:
Fieber, Hautausschlag, Verlust des Kopfhaares, Übelkeit und Erbrechen, grippeähnliche Symptome, niedriger Blutdruck, Beeinträchtigung der Blutbildung, welche mit einer erhöhten Neigung zu Infektionen sowie Haut- und Nasenbluten einhergehen kann. Außerdem kann die Erniedrigung roter Blutkörperchen zu Belastungsatemnot und allgemeiner Müdigkeit führen. In Einzelfällen sind Leberfunktionsstörungen bemerkt worden, die sich durch die Erhöhung bestimmter Leberwerte im Blut anzeigen. Daher sind regelmäßige Blutuntersuchungen notwendig. Bei längerer Behandlung mit Gemcitabin sind in Einzelfällen auch geschwollene Füße und Flüssigkeitsstau in den Lungen beobachtet worden, der zu Atemnot führte. Ebenfalls besteht die Möglichkeit einer Funktionsminderung der Nieren. Diese beschriebenen Nebenwirkungen bilden sich nach Beendigung der Therapie zurück.
Gemcitabin wird als Infusion verabreicht, und zwar drei Wochen lang jeweils einmal pro Woche; daraufhin folgt eine Woche ohne Therapie. Diese insgesamt vier Wochen werden als ein Therapiezyklus bezeichnet. Zusätzlich zu Gemcitabin wird das Kortisonpräparat Dexamethason verabreicht, und zwar jeweils am Tag der Gemcitabininfusion sowie dem darauffolgenden Tag. Dexamethason ist als Wirksubstanz in zahlreichen Therapieprotokollen zur Behandlung des Morbus Hodgkin gebräuchlich. Neben einer zusätzlichen Wirkung gegen den Tumor soll das Medikament vor allem helfen, die - in der Regel gering ausgeprägten - Nebenwirkungen der Gemcitabintherapie zusätzlich zu verringern. Dexamethason darf bei bestehenden Magen-Darm-Ulzera, schwerer Osteoporose, diversen akuten Infektionserkrankungen sowie einem Glaukom nicht verabreicht werden. Die Substanz kann Nebenwirkungen hervorrufen, die sich u.a. an der Haut (Akne), dem Skelettsystem (Osteoporose), dem Magen-Darm-Trakt, dem Kreislauf sowie der Psyche bemerkbar machen. Diese Nebenwirkungen sind in der Regel nach Absetzen des Medikamentes rückläufig. Ebenfalls besteht eine Wechselwirkung mit zahlreichen Medikamenten. Sollten Sie regelhaft weitere Medikamente einnehmen, besprechen Sie dies bitte vor Therapiebeginn mit Ihrem behandelnden Arzt.
Sollte es Hinweise geben, daß Sie von der Kombinationsbehandlung profitieren, wird mit weiteren Behandlungszyklen begonnen. Bei den folgenden Behandlungen wird je nach den Erfahrungen mit den vorangegangenen Gaben die Medikamentendosis unter Umständen korrigiert.
Die Behandlung wird von regelmäßigen Blutuntersuchungen begleitet, damit auftretende Nebenwirkungen der Behandlung möglichst frühzeitig erkannt werden. Außerdem kommt es zu regelmäßigen Kontrollen des Tumors bzw. seiner Metastasen durch Röntgenuntersuchungen, Computertomographien oder sonographische Untersuchungen. Diese Tests kommen studienbedingt nicht häufiger zur Anwendung als bei anderen Chemotherapien. Der Einsatz eines neuen Medikamentes erfordert selbstverständlich einen engen Kontakt zwischen Arzt und Patient. Häufige körperliche Untersuchungen und Befragungen sind notwendig, um insbesondere auch bislang unbekannte Nebenwirkungen zu registrieren. Beschwerden jedweder Art, wie z.B. Entzündungen von Mund und Rachen oder andere Infektionszeichen sollen deshalb sobald als möglich dem behandelnden Arzt gemeldet werden. Wichtig ist auch, daß während der gesamten Behandlungszeit keine Schwangerschaft eintreten kann. Wenn das nicht garantiert werden kann, sollte von einer Teilnahme an der Studie Abstand genommen werden.
Der Nutzen Ihrer Teilnahme an der Studie besteht in der Möglichkeit, daß die bei Ihnen vorliegende Erkrankung Morbus Hodgkin durch das neue Medikament erfolgreicher behandelt werden kann. Darüberhinaus besteht die Möglichkeit, Kenntnisse über diese neue Behandlung zu erwerben, die zukünftigen Patienten hilfreich sein könnten, die an der gleichen oder einer ähnlichen Erkrankung leiden.
Falls Sie irgendetwas bezüglich der Studie oder Ihrer Rechte nicht verstanden haben, fragen Sie bitte Ihren behandelnden Arzt.
| Inhalt |
Zurück |
Homepage |